Wie man nur die übergeordnete Kategorie in der WordPress-Post-Schleife anzeigt: Ein Praxisleitfaden

0
248
WordPress Backend mit geöffneter Kategorienverwaltung, Übergeordnete Kategorie wird hervorgehoben

Wer in WordPress bewusst nur die übergeordnete Kategorie eines Beitrags in der Post-Schleife anzeigen will, sorgt für mehr Klarheit im Design, bessere Nutzerführung und eindeutige Signale für Suchmaschinen. In diesem Leitfaden erkläre ich dir konkret, wie du das umsetzt – technisch, strukturell und strategisch.

Zentrale Punkte

  • Strukturoptimierung: Nur die Hauptkategorie sorgt für ein klareres Frontend.
  • Usability: Weniger Ablenkung durch fehlende Unterkategorien.
  • SEO: Suchmaschinen werten reduzierte Kategorien als thematische Konsistenz.
  • Template-Anpassung: PHP-Code ersetzt die Standardfunktion the_category().
  • WordPress-Backend: Korrektes Zuweisen übergeordneter Kategorien entscheidend.

Warum eine übergeordnete Kategorie im Vordergrund stehen sollte

Jeder Blogbeitrag besitzt sein Kernthema. Dieses wird idealerweise von einer Hauptkategorie repräsentiert. Gerade in Seiten mit mehreren Themenclustern – sei es „Technik“, „Reisen“ oder „Rezepte“ – bringt eine reduzierte Anzeige nur der übergeordneten Kategorie Struktur in die Content-Ausgabe. Unterkategorien wie „Smartphones“, „Asien“ oder „Italienisch“ segmentieren feiner, verwässern aber auf Übersichtsseiten oft den Gesamtfokus.

Inhaltlich starke Seiten profitieren davon, wenn ihre Beiträge sauber einem primären Themenbereich zugeordnet erscheinen. Für Besucher bedeutet das: ein schnellerer Überblick über das Artikelspektrum eines Themas. Für Suchmaschinen sinkt das inhaltliche Rauschen – was der Relevanz hilft.

Darüber hinaus stabilisiert eine klare Hauptkategorie deine Seitenstruktur. Wer als Leser oder Leserin schnell erkennen kann, zu welchem Themenkomplex ein Artikel gehört, ist eher geneigt weiterzuklicken und sich tiefer mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Diese Einfachheit verbessert sowohl die User-Experience als auch die Interaktionsrate (z. B. mehr Kommentierungen und weniger Absprünge).

In manchen Fällen lassen sich durch eine einzige, klar gesetzte Hauptkategorie interne Verlinkungen besser handhaben. WordPress ermöglicht es zwar, beliebig viele Kategorien zuzuweisen, doch die Übersicht kann darunter leiden. Wenn sich die Hauptkategorie als Leitfaden durch dein Blog-Themencluster zieht, kannst du Unterkategorien und Tags viel gezielter einsetzen, ohne den Fokus zu verlieren.

Wie WordPress standardmäßig Kategorien behandelt

Verwendest du standardmäßig die Funktion the_category(), zeigt WordPress im Frontend alle zugeordneten Kategorien eines Beitrags an – ohne Rücksicht auf Unter- und Oberkategorien. Das führt leicht zu mehrfacher Anzeige ähnlicher Kategorien, die sich hierarchisch unterordneten.

Beispielausgabe (Standard): Technik, Smartphones

Diese Darstellung wirkt überladen. Besser: Nur die Hauptkategorie „Technik“ anzeigen.

In der Datenbank unterscheidet WordPress intern zwar zwischen Eltern- und Kindkategorie über die Spalte category_parent in der entsprechenden Tabellenstruktur, aber die Standardausgabe macht davon zunächst keinen Gebrauch. Deshalb kann es im visuellen Frontend zu Dopplungen kommen, die der Klarheit schaden. Wer ein schlankes, professionelles Design anstrebt, sollte also bewusst auf die hierarchische Ausgabe achten.

Code-Snippet: Nur die übergeordnete Kategorie ausgeben

Mit folgendem PHP-Snippet erreichst du, dass in der Loop wirklich nur die übergeordnete Kategorie erscheint:


category_parent == 0) {
        $parentCat = $category;
        break;
    }
}
if ($parentCat) {
    echo '<a href="' . get_category_link($parentCat->term_id) . '">' . esc_html($parentCat->name) . '</a>';
}
?>

Füge diesen Code im Template anstelle von the_category() ein – z. B. in single.php, content.php oder einem individuellen Template-Part deines Themes.

Dieser Snippet durchsucht alle Kategorien, die dem Beitrag zugewiesen sind, und entscheidet sich für die erste Kategorie der Hierarchieebene 0 (also ohne Elternteil). Sobald eine Hauptkategorie gefunden ist, wird sie ausgegeben und die Schleife beendet. Etwaige Unterkategorien werden somit in der Ausgabe ignoriert. Solch ein Code ist schlank und leicht verständlich, lässt sich aber bei Bedarf erweitern – zum Beispiel, wenn du statt der ersten Hauptkategorie die zweite oder eine bestimmte Kategorie-ID ausgeben möchtest.

Optimierung durch ein Child-Theme oder Plugin

Veränderst du Core-Dateien deines Themes, gehen Anpassungen bei einem Update verloren. Ich arbeite deshalb mit einem Child-Theme oder nutze ein Code-Snippets-Plugin. Beide Wege bieten eine einfache Möglichkeit, eigene PHP-Schnipsel dauerhaft und sicher einzubinden.

Der Vorteil eines Child-Themes besteht darin, dass du das Eltern-Theme unangetastet lässt. Selbst wenn das Eltern-Theme aktualisiert wird, bleiben deine eigenen Anpassungen bestehen. Lediglich dein Child-Theme braucht ein paar Zeilen CSS oder PHP, um deine individuellen Wünsche umzusetzen. Bei Code-Snippet-Plugins hingegen lassen sich ähnliche Anpassungen sehr schnell realisieren, ohne den Quellcode im Theme zu berühren. Gerade für Nutzer ohne Programmiererfahrung oder wenn man schnell mehrere Websites betreut, ist das eine flexible Lösung.

Beachte jedoch, dass viele Code-Snippet-Plugins eine gewisse Pflege brauchen. Beim Aktivieren und Deaktivieren können sich Fehlermeldungen einschleichen, wenn das Snippet nicht sauber programmiert ist. Daher lohnt ein kurzer Test in einer lokalen Entwicklungsumgebung oder auf einer Staging-Seite. So stellst du sicher, dass alles reibungslos läuft, ehe du live gehst.

Haupt- und Unterkategorien im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt kurz die Unterschiede zwischen Haupt- und Unterkategorie in WordPress:

Eigenschaft Hauptkategorie (Elternteil) Unterkategorie (Kind)
Position Obere Ebene Untergeordnete Ebene
Zweck Themencluster definieren Inhalte weiter differenzieren
Anzeige in der Loop Empfohlen für Klarheit Nur bei Bedarf anzeigen
Einrichtung Direkt über Kategorien Unter einer übergeordneten Kategorie auswählen

Die Hauptkategorien dürfen ruhig etwas allgemeiner gehalten sein – schließlich bilden sie die Grundstruktur. Unterkategorien eignen sich für spezifische Unterthemen, die nicht jeden Beitrag betreffen. Wichtig ist, dass du nicht wahllos neue Hauptkategorien anlegst, sondern immer darauf achtest, ob die Themencluster inhaltlich sinnvoll unterteilt bleiben. Andernfalls drohen Doppelungen und Verwirrung.

Wenn deine Themenpalette stark wächst, kann es sein, dass du anfängst, eine tiefergehende Struktur zu benötigen. Dabei empfehlen sich folgende Grundregeln:
• Maximal drei Ebenen tief staffeln, um die Übersicht nicht zu verlieren.
• Passende sprechende Namen für Kategorien wählen, die Nutzer sofort verstehen.
• Regelmäßig prüfen, ob bestimmte Unterkategorien obsolet werden oder in eine andere Hauptkategorie verschoben werden sollten.

Verwaltung im Backend: Richtig kategorisieren

Beim Schreiben deiner Beiträge solltest du gezielt eine Hauptkategorie wählen. Unterkategorien kannst du optional hinzufügen – aber du entscheidest, was im Frontend ausgegeben wird. Die ausgewählte Struktur erkennst du sofort im Editor: Die Hierarchie zeigt sich durch Einrückungen.

Tipp: Reduziere die Menge der Hauptkategorien auf maximal 5–7 – das hilft deinen Leserinnen und Lesern und dir bei der Redaktion gleichermaßen.

Wer sehr viele Unterkategorien erstellt, hat zwar eine fein granuliertere Struktur, riskiert jedoch, dass jeder Beitrag eine lange Kategorienliste bekommt. Gerade wenn dein Blog mittlerweile hunderte Artikel umfasst, kann eine aufgeräumte Hauptkategorie-Darstellung entscheidend für die Übersicht sein. Auch im Backend findest du schneller deine Beiträge wieder, wenn du strikt zwischen den Hauptebenen und deren Unterkategorien unterscheidest.

Ein weiterer praktischer Vorteil: Fokussierst du dich auf eine einzige Hauptkategorie pro Beitrag, kannst du das Keyword- und Themennetz getrennt von anderen Beiträgen besser auswerten. So analysierst du, welche Hauptkategorien besonders gut laufen, und welche vielleicht weniger Resonanz haben. Das erleichtert strategische Entscheidungen, z. B. mehr Content für eine boomende Kategorie zu produzieren.

WordPress-Editor & Gutenberg-Block: Beiträge filtern

Seit der Einführung des Gutenberg-Editors kannst du mit dem Abfrage-Loop-Block Beiträge gezielt nach Kategorien anzeigen lassen. Auch hier spielt die Kategorietiefe eine Rolle. Nutze die Filteroptionen des Blocks, um beispielsweise nur nach Beiträgen mit einer bestimmten Hauptkategorie zu filtern.

Der Abfrage-Loop-Block ermöglicht sowohl Einsteigern als auch fortgeschrittenen Nutzern eine schnelle und visuelle Art, Artikelübersichten zu erstellen. Besonders wichtig ist hier die Auswahl der Taxonomien („Kategorien“) und die Option, ob Unterkategorien miteinbezogen werden sollen. Wer nur Hauptkategorien ausspielen möchte, kann gezielt einzelne IDs ausschließen oder auswählen. So entstehen flexible Übersichtsseiten, die etwa auf einer Start- oder Themenseite verlinkt werden und nur den Kernbereich abdecken.

Darüber hinaus kann der Gutenberg-Editor in Kombination mit Pattern-Vorlagen eine konsistente Darstellung von Kategorien gewährleisten. Einmal richtig eingerichtet, musst du nicht bei jedem neuen Beitrag mühsam das Layout anpassen. Stattdessen könntest du ein Block-Pattern für deine Beitragsliste definieren, das automatisch nur die Hauptkategorie abruft.

Shortcodes und Plugins: Weitere Lösungsmöglichkeiten

Du möchtest keine Systemdateien anfassen? Dann schau dich nach Plugins wie „Category Shortcode“ um. Diese Werkzeuge erlauben einfache Ausgabeanpassungen direkt im Editor. Manche Pagebuilder bieten ebenfalls Optionen, um abhängig von Hierarchieebene die Ausgabe zu steuern. Doch Achtung: Nicht jedes Plugin erkennt die Elternebene korrekt – deren Filterlogik basiert oft nur auf der ID-Zählung, nicht auf der hierarchischen Position.

Bei der Suche nach passenden Plugins empfiehlt es sich, auf Aktualität und Kompatibilität mit der eigenen WordPress-Version zu achten. Darüber hinaus sollte man prüfen, ob das Plugin regelmäßig gepflegt wird, damit man nicht plötzlich ohne Funktionserweiterungen dasteht. Wichtige Kriterien:
• Wie oft wird das Plugin aktualisiert?
• Wie sind die Bewertungen und Kommentare?
• Gibt es Support oder eine Dokumentation?
• Kommt es möglicherweise zu Konflikten mit bekannten Pagebuildern oder anderen wichtigen Plugins?

Custom Post Types: Sinnvolle Nutzung strukturierter Kategorien

Nutzt du Custom Post Types – etwa für Events –, kann eine klar differenzierte Kategorie-Einteilung im Frontend den Unterschied machen. „Events“ könnte als Hauptkategorie dienen, untergegliedert in „Konzerte“, „Messen“ oder „Workshops“. Zeigst du nur „Events“ an, behält deine Archivübersicht den Überblick.

Gleichzeitig kannst du in Spezialansichten – etwa mit Filtern – gezielt nach den Unterkategorien suchen lassen.

Wichtig dabei ist, im Code beim Registrieren deines Custom Post Types die Taxonomien zu aktivieren. Das geht zum Beispiel über:


'args' => array(
  'public' => true,
  'label'  => 'Events',
  'taxonomies' => array('category', 'post_tag'),
  ...
)

Dadurch stellst du sicher, dass auch für deine Custom Post Types eine saubere Kategorisierung funktioniert. Unterteilst du deine Veranstaltungen klar in einen Hauptbereich („Events“) und detailliertere Unterkategorien („Vorträge“, „Open-Air-Konzerte“, „Ausstellungen“), kann der Besucher punktgenau das finden, was ihn interessiert. Ganz ähnlich wie bei den normalen WordPress-Beiträgen gehört die Frage nach Haupt- und Unterkategorien zur strategischen Planung: Welche Themen willst du bündeln, welche spezifizierst du, und wie soll es im Frontend erscheinen?

Häufige Fehlerquellen bei der Kategoriedarstellung

Es gibt ein paar typische Stolperfallen bei der Umsetzung. Damit du saubere Ergebnisse erzielst, achte auf folgende Punkte:

  • Du hast das Code-Snippet eingebaut, aber weiterhin wird alles angezeigt? Dann prüfe, ob the_category() noch aktiv ist.
  • Der Beitrag zeigt keine Kategorie? Eventuell hast du nur eine Unterkategorie gesetzt – ohne zugeordnete Hauptkategorie.
  • Bei Custom Post Types fehlt die Taxonomie-Konfiguration. Achte darauf, dass 'taxonomies' => ['category'] im CPT-Array definiert ist.

Häufiger Fehler ist auch das Ignorieren von „falschen“ Hierarchien. Wenn eine eigentlich untergeordnete Kategorie zur Hauptkategorie wird, weil die Einträge nicht sauber gepflegt sind, stimmt die gesamte Struktur nicht mehr. Kontrolliere daher regelmäßig dein Kategoriensystem:
• Fehlen notwendige Hauptkategorien?
• Haben Teilbereiche neue Themen bekommen?
• Sind Kategorien versehentlich doppelt angelegt?

Eine weitere Fehlerquelle ist das Vermischen von Kategorien mit Tags. Während Kategorien eine klare Hierarchie abbilden können, sind Tags flacher strukturiert und dienen eher zur Stichwortzuordnung. Wer versucht, Tags als Unterkategorien zu verwenden oder umgekehrt Kategorien als Tags, riskiert ein Chaos sowohl für Leser als auch für Suchmaschinen. Prüfe daher genau, welche Taxonomie welche Aufgabe erfüllen soll.

Praktischer Nutzen im Content-Alltag

Ich verwalte mehrere Projekte, bei denen schnell deutlich wurde, wie hilfreich eine reduzierte Kategoriedarstellung ist. Vor allem bei Portalen mit News, Rezepten oder Technikartikeln wirkt das gezielte Ausgeben nur der Elternebene ordnend, professionell und lesefreundlich.

Das Feedback von Nutzern? Positiv. Die Absprungrate bei Kategoriensammlungen sank ebenso wie die Zahl versehentlicher Mehrfachklicks nach uninteressanten Themen.

Gerade in redaktionellen Umgebungen, wo mehrere Autoren schreiben, macht es Sinn, kurz gemeinsame Richtlinien festzulegen: Welche Hauptkategorien gibt es, und wann darf eine neue untergeordnete Kategorie entstehen? Solche Absprachen beugen Durcheinander vor und stellen sicher, dass die Frontend-Ausgabe über Monate oder sogar Jahre konsistent bleibt.

Wer zudem auf das interne SEO achtet, bemerkt schnell den Vorteil einer gut strukturierten Kategorienhierarchie: Suchmaschinen erkennen die thematischen Schwerpunkte und belohnen eine klare Kategorisierung oft mit besseren Platzierungen, weil die Website konsistent „clustered“ wirkt. Besucher können sich wiederum leichter zurechtfinden und verweilen tendenziell länger, was die Nutzererfahrung und Analysekriterien wie die Verweildauer positiv beeinflusst.

Ein harmonisches Zusammenspiel von Kategorien, Navigation und Design führt letztlich zu einer stimmigen User-Journey. So kannst du beispielsweise in einer schlanken Navigation die Hauptkategorien anzeigen, während die Unterkategorien nur erscheinen, wenn ein Leser bewusst weiterklickt. Das reduziert Ablenkungen und hilft dabei, die gesamte Struktur überschaubar zu halten.

Denke auch an Seiten, auf denen du Beiträge von verschiedenen Kategorien mischst, etwa einer Startseite mit „Neueste Artikel“. Dort macht sich die verringerte Kategorieliste schnell bezahlt: Besucher bekommen nicht gleich eine ellenlange Liste, sondern erkunden die übergeordneten Themenbereiche. Dadurch wächst die Chance, dass sich Leser intensiver mit den Inhalten beschäftigen und gezielt die Hauptseite besuchen, die sie am meisten interessiert.

Fazit: Mehr Klarheit für Leser und Suchmaschinen

Die Ausgabe der richtigen Kategorie ist mehr als ein optisches Detail. Du steuerst damit Kommunikation und Struktur gleichermaßen. Die übergeordnete Kategorie liefert deinem Publikum Orientierung – und dem Googlebot strukturelle Klarheit.

Dank einfacher Code-Anpassung, Plugins oder WordPress-Blöcken lässt sich diese Verbesserung in wenigen Minuten einbauen. Arbeite im Backend sauber mit Hierarchien, plane deine Kategorien langfristig – und du wirst mit besserem Ranking, längerer Verweildauer und einem aufgeräumten Frontend belohnt.

author avatar
Homepage Redaktion

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein