Google Unternehmensprofilseiten abgeschaltet: 5 Dinge, die Unternehmen jetzt tun müssen

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Ein modernes kleines Unternehmen erstellt eine neue Website am Laptop

Nach der Abschaltung der Unternehmensprofilseiten bei Google im März 2024 stehen viele Firmen plötzlich ohne eigene Webpräsenz da. Wer bisher ausschließlich die automatisch generierte Website via Google Business Profile genutzt hat, muss jetzt handeln, sonst geht wertvolle Sichtbarkeit verloren.

Zentrale Punkte

  • Eigene Website erstellen: Alternativen mit Baukastenprinzip einfach nutzen
  • Google-Profil aktualisieren: Neue Website-URL einfügen und alle Daten prüfen
  • Verzeichnisse anpassen: Kontaktdaten in allen Plattformen korrekt hinterlegen
  • SEO-Maßnahmen verstärken: Sichtbarkeit in Google Maps und Suche sichern
  • Zukunftsstrategie planen: Langfristiger Ausbau der digitalen Präsenz notwendig

Warum Google die Unternehmensprofilseiten abgeschaltet hat

Die automatisch erstellten Google Business Profile Websites waren für viele Kleinunternehmen ein unkomplizierter Einstieg ins Web – kostenlos, intuitiv und ohne technisches Know-how machbar. Dennoch endete diese Lösung im Juni 2024 endgültig. Laut Google war das Ziel, sich auf tragfähigere Mittel der Unternehmensförderung zu konzentrieren. Das heißt konkret: Die Webseitenfunktion ist gestrichen, das Unternehmensprofil selbst bleibt erhalten.

Betroffene URLs wie meinbetrieb.business.site zeigen seit dem 10. Juni eine Fehlerseite. Wer also bisher Visitenkarten, Social-Media-Profile oder Branchenverzeichnisse mit diesen Links versehen hatte, verliert potenzielle Kontakte.

Kritisch ist dieser Schritt vor allem für Unternehmen, die vollständig über ihr Google-Profil präsent waren. Sie erscheinen jetzt deutlich seltener in lokalen Suchergebnissen – ein klarer Nachteil im Wettbewerb. Gleichzeitig birgt diese Entscheidung jedoch auch eine Zäsur, die Unternehmerinnen und Unternehmern die Möglichkeit bietet, sich stärker mit einem eigenständigen Onlineauftritt zu beschäftigen und damit ihre langfristige digitale Strategie zu verbessern. Denn wer dauerhaft nur auf eine von externen Plattformen abhängige Webpräsenz setzt, ist besonders verwundbar gegenüber Änderungen, die man nicht selbst beeinflussen kann.

Schritt 1: Eine eigene Website aufbauen

Eine selbst betriebene Webseite ist jetzt Pflicht. Das bedeutet Kontrolle über Inhalte, Flexibilität beim Design und langfristige Unabhängigkeit. Wer technisch wenig Erfahrung hat, kann Website-Baukästen nutzen. Plattformen wie Homepage Baukasten oder Web Presence Builder bieten einfache Lösungen zur schnellen Online-Präsenz.

Mit wenigen Klicks lassen sich eigene Texte einfügen, Kontaktformulare erstellen und Bilder hochladen. Ich empfehle, auf eine Lösung mit integriertem Hosting, SSL-Zertifikat und CMS-Funktionen zu achten. Wer später wachsen möchte, sollte auch auf die Erweiterbarkeit des Systems achten.

Beim Aufbau Ihrer Website spielt die passende Domain eine zentrale Rolle. Sie sollte möglichst einprägsam sein und zum Firmennamen passen. Achten Sie außerdem auf ein konsistentes Corporate Design und eine klare Navigationsstruktur, sodass Besucher schnell finden, wonach sie suchen. Je strukturierter die Seite, desto wohler fühlt sich der Betrachter und desto höher ist die Chance, dass ein Kunde Kontakt aufnimmt oder eine Anfrage stellt.

Ein weiterer Punkt ist die Aktualität: Wer regelmäßig Neuigkeiten und Angebote einstellt oder einen Blog führt, zeigt Google und den Usern, dass das Unternehmen aktiv ist. Dank solcher Inhalte überzeugt die neue Website nicht nur in puncto Professionalität, sondern gewinnt zusätzlich an Relevanz in den Suchmaschinen. Obendrein stärkt ein Blog die Kundenbindung, da man Expertise und Fachwissen präsentiert.

Schritt 2: Unternehmensprofil bei Google überarbeiten

Nach der Website-Erstellung sollte die neue Webadresse sofort im bestehenden Google Unternehmensprofil hinterlegt werden. Das ist essenziell, damit Kundinnen und Kunden über Google Maps oder die Google-Suche direkt aktuelle Informationen erhalten. Ebenso wichtig: Ein Abgleich sämtlicher Daten wie Telefonnummer, Adresse, Öffnungszeiten und Angebote.

Unvollständige oder fehlerhafte Informationen führen oft zu Kaufabbrüchen. Gerade in der mobilen Suche zählt jede Sekunde – und jedes zusätzliche Hindernis kann Kundschaft kosten. Deshalb kontrolliere ich regelmäßig meine Einträge und reagiere sofort, wenn sich etwas ändert.

Neben der URL und den Kontaktdaten lohnt es sich auch, das Unternehmensprofil mit Beiträgen, Fotos und kurzen News auf dem aktuellsten Stand zu halten. Diese Funktion bleibt bestehen und kann weiterhin genutzt werden, um temporäre Aktionen, Gutscheine oder Produktneuheiten zu bewerben. Auf diese Weise zieht man Interessenten auf die frisch erstellte Webseite und vergleicht gleichzeitig, welche Reichweite Google im lokalen Umfeld noch generiert. Wer will, kann zudem die geschalteten Fotos oder Videos gezielt anpassen, um das Interesse der Nutzer zu steigern. All dies stärkt zugleich das Vertrauen potenzieller Kunden.

Schritt 3: Sichtbarkeit in Verzeichnissen sichern

Viele Firmen tragen sich in Onlineverzeichnisse und Städteportale ein. Diese Einträge verlinken fast immer auf die Unternehmenswebsite. Wenn dort noch der alte business.site-Link steht, läuft der potenzielle Kunde ins Leere. Es ist daher entscheidend, alle externen Listings zu prüfen und zu aktualisieren.

Dazu gehören:

  • Branchenportale wie Das Örtliche, Gelbe Seiten, Yelp oder 11880
  • Social-Media-Auftritte auf Facebook, Instagram oder LinkedIn
  • Verlinkungen auf Rechnungsvorlagen, PDFs oder QR-Codes auf Print-Werbematerial

Ein wichtiger Faktor ist die Konsistenz der NAP-Daten (Name, Address, Phone Number). Suchmaschinen gleichen diese Informationen ab und belohnen Unternehmen, die überall die gleichen Kontaktdaten hinterlegt haben, mit einer besseren Sichtbarkeit. Wer sich die Mühe macht, sämtliche Branchenverzeichnisse sorgfältig abzuklappern, verhindert nicht nur verwirrte Kunden, sondern klettert oft auch in den Platzierungen lokaler Suchanfragen nach oben.

Darüber hinaus lohnt ein Blick darauf, in welchen Portalen die Zielgruppe tatsächlich unterwegs ist. Es macht wenig Sinn, in einer Vielzahl kaum genutzter Plattformen gelistet zu sein, wenn es an anderer Stelle deutlich passendere Verzeichnisse gibt, die ein höheres Suchvolumen besitzen. So ist es unter Umständen klüger, weniger Verzeichnisse ausführlich zu pflegen als sich auf Dutzende Portale zu verteilen, die kaum Besucher generieren.

Welche Alternativen für Websites lohnen sich?

Nicht jede Lösung passt für jedes Unternehmen. Deswegen lohnt ein systematischer Vergleich gängiger Anbieter. Ich habe einige Lösungen gegenübergestellt, um Entscheidungshilfen zu geben:

Anbieter Stärken Eignet sich für Einsteigerfreundlich
WordPress Flexibel, viele Plugins, erweiterbar Agenturen, wachsende Firmen Teilweise
Wix Visuell, Designvorlagen, All-in-One Dienstleister, Startups Ja
Hostinger Schnell, günstiger Einstieg, AI-Tools Kleine Unternehmen Ja
GoDaddy Strukturierte Einrichtung, Support KMU, lokale Betriebe Ja

Für welches System Sie sich letztlich entscheiden, hängt stark vom Budget, den eigenen technischen Fähigkeiten und den zukünftigen Plänen ab. Während WordPress durch seine Flexibilität und riesige Community punktet, kommen Baukästen wie Wix Anfängern durch eine klare Menüführung und Drag-&-Drop-Funktionen entgegen. Hostinger überzeugt mit günstigen Einstiegen und entsprechenden KI-Features, was für technisch ungeübte Kleinunternehmen attraktiv sein kann. GoDaddy wiederum bietet eine gewisse Balance aus Nutzerfreundlichkeit und Service. Letztlich sollte man aufmerksam prüfen, ob der Funktionsumfang der gewählten Lösung die langfristigen Bedürfnisse des Betriebs abdeckt.

Schritt 4: Sichtbarkeit durch SEO verbessern

Eine Website nützt wenig, wenn sie nicht sichtbar ist. Suchmaschinenoptimierung (SEO) verbessert das Ranking bei Google und Bing. Besonders für lokale Suchergebnisse – Stichwort „Handwerker in Stuttgart“ – ist das entscheidend. Ich arbeite mit Tools wie RankMath (für WordPress) oder den integrierten SEO-Funktionen in Baukastensystemen.

Wichtige SEO-Bausteine sind:

  • Meta-Titel und Beschreibungen für jede Unterseite
  • Strukturierte Daten (Schema-Markups)
  • Ladegeschwindigkeit und mobile Optimierung
  • Backlinks von seriösen Quellen

Für Basis-SEO ist keine Agentur notwendig. Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen beim Einstieg – zum Beispiel auch in diesem Artikel zu WordPress mit Baukasten. Ebenfalls hilfreich sind Keyword-Recherchen: Überlegen Sie, wonach Ihre Kundinnen und Kunden konkret suchen. Wenn Sie beispielsweise eine Bäckerei in Berlin betreiben, sollten Sie nicht nur „Bäckerei in Berlin“ als Keyword im Auge behalten, sondern auch „frische Brötchen in Berlin“ oder „Konditorei in Berlin“. Häufig suchen Kunden auch nach bestimmten Spezialitäten oder Dienstleistungen, die dann in den Seitentiteln auftauchen sollten.

Darüber hinaus lohnt sich die Optimierung von Bildern, um schnellere Ladezeiten und ein besseres Nutzererlebnis zu bieten. Dafür sollten die Bilddateien komprimiert und sinnvoll benannt werden. Auch Alt-Tags sind entscheidend, weil sie Suchmaschinen einen zusätzlichen Anhaltspunkt über den Inhalt des Bildes liefern. Eine benutzerfreundliche mobile Darstellung ermöglicht außerdem, dass Besucher die Webseite auf Smartphones problemlos navigieren können, was Google bei den Suchergebnissen positiv bewertet.

Es ist ratsam, regelmäßig die Google Search Console zu nutzen. Sie zeigt Fehler an, beispielsweise, wenn bestimmte Seiten nicht korrekt indexiert werden oder mobile Probleme vorliegen. Solche Optimierungen sind kontinuerlich notwendig, da Google seine Algorithmen regelmäßig anpasst und die Wettbewerber ebenfalls aktiv an ihrer SEO arbeiten.

Schritt 5: Langfristig digital aufstellen

Die Abschaltung der Unternehmensprofilseiten stellt eigentlich eine Chance dar: Ich kann meine digitale Strategie neu denken. Webpräsenz sollte jetzt Teil eines umfassenderen Ansatzes sein. Dazu zählen E-Mail-Marketing, Social Media, Kundenportale und bezahlte Anzeigen.

Werden diese Punkte regelmäßig überprüft und angepasst, bleibt der Kontakt zur Zielgruppe aufrechterhalten. Digitale Kommunikation ersetzt heute oft den Erstkontakt – gerade bei jüngeren Konsumentengruppen. Deshalb investiere ich jetzt bewusst in regelmäßige Pflege und Erweiterung meiner digitalen Werkzeuge.

Das Blickfeld kann darüber hinaus erweitert werden: Vielleicht lohnt es sich, einen Online-Shop aufzubauen oder Terminbuchungen über die Webseite anzubieten. Wer Dienstleistungen anbietet, kann zum Beispiel ein simples Buchungssystem integrieren, das die Terminvergabe für Kunden bequemer macht. Auf diese Weise bildet man nicht nur eine passive Online-Visitenkarte ab, sondern schafft eine interaktive Kontaktmöglichkeit, die dem Nutzer echten Mehrwert bietet.

Ebenso kann es sinnvoll sein, das Thema E-Mail-Marketing professioneller aufzuziehen. Wer eine Interessentenliste oder einen Kundenstamm hat, informiert diesen regelmäßig über Aktionen, neue Dienstleistungen oder aktuelle Rabatte. Damit kommt man direkt im Postfach der Kundschaft an, ohne auf Suchmaschinenrankings oder organische Reichweite in Social Media verzichten zu müssen. Hier gilt es jedoch, datenschutzkonform vorzugehen und zum Beispiel nur solche Nutzer gezielt anzuschreiben, die wirklich in den Verteiler eingetragen sind.

Social Media-Kanäle wie Instagram oder LinkedIn lassen sich zudem wirksam mit der Website verknüpfen. Indem Sie beispielsweise Bilder eines neuen Produkts auf Instagram posten und in der Caption direkt auf Ihre Website verweisen, führen Sie potenzielle Kunden zu Ihren Angeboten. Auf LinkedIn können wiederum B2B-Kontakte geknüpft, Fachbeiträge geteilt und ein professionelles Netzwerk ausgebaut werden. Es ist dabei ratsam, die speziellen Funktionen jeder Plattform zu nutzen und nicht einfach denselben Inhalt überall zu posten.

Was mit bestehenden Einträgen und Bewertungen passiert

Die gute Nachricht: Das Google Unternehmensprofil als solches bleibt erhalten. Alle dort hinterlegten Bewertungen, Bilder und Texte bleiben bestehen. Allerdings rate ich, die Inhalte regelmäßig manuell zu sichern oder in die eigene Webseite zu übernehmen.

Kundenbewertungen lassen sich hervorragend als Vertrauensbeweis auf der Webseite nutzen – idealerweise im unteren Bereich der Startseite. Ich achte darauf, neue Rezensionen zeitnah zu beantworten. So zeige ich Präsenz und Kundennähe.

Gerade Bewertungen spielen im lokalen Kontext eine überragende Rolle. Interessenten konsultieren sie, um sich ein Urteil über Produkte, Servicequalität und Kundenorientierung zu bilden. Wer souverän auf Feedback reagiert, kann die eigene Reputation nachhaltig stärken. Negative Bewertungen sind nicht unbedingt ein Beinbruch, sofern professionelle und offene Kommunikation an den Tag gelegt wird. Nehmen Sie Kritik ernst, bedanken Sie sich für konstruktive Anmerkungen und zeigen Sie Lösungsmöglichkeiten auf. Das vermittelt potenziellen Neukunden, dass Sie sich um Anliegen und Beschwerden kümmern.

Parallel sollten Sie nicht vergessen, Ihre Zielgruppe zu motivieren, neue Bewertungen zu schreiben. Ein dezenter Hinweis auf der Website, in E-Mail-Signaturen oder in der Kundenkommunikation kann Wunder wirken. Viele zufriedene Kunden nehmen sich die Zeit, eine Rezension zu verfassen – sie müssen nur manchmal daran erinnert werden.

Zusammengefasst: Jetzt ist Handeln das Wichtigste

Die Abschaltung der Google Unternehmensprofilseiten ist ein einschneidender Moment – aber auch der perfekte Zeitpunkt, um sich digital unabhängiger aufzustellen. Die fünf beschriebenen Maßnahmen lassen sich innerhalb weniger Tage umsetzen und verbessern nicht nur die Außenwirkung, sondern sichern aktiv die Reichweite.

Ich konzentriere mich aktuell auf hochwertige Inhalte, schnelle Ladezeiten und eine klare Kundenansprache. Wer das Google-Profil weiterhin nutzt, alles aktualisiert und mit einer eigenen Website kombiniert, schafft sich eine feste digitale Anlaufstelle. Zusätzlich hilft die konsequente Optimierung für Suchmaschinen und Verzeichniseinträge, eine solide Basis zu schaffen, die Neu- und Bestandskunden gleichermaßen anspricht. So bleibt kein Nutzer unversorgt im Netz hängen und das Unternehmen hinterlässt an all seinen digitalen Kontaktpunkten einen professionellen, einladenden Eindruck.

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